Zum Hauptinhalt springen
Familie
12 Min. Lesezeit

Eigenkapital Hauskauf: Wie viel brauchst du wirklich? (2026)

Beim Hauskauf brauchst du mindestens 20-25% Eigenkapital (10% für Kaufpreis, 10-15% für Nebenkosten). Bei einem 400.000€-Haus sind das 80.000-100.000€. Ohne Eigenkapital wird die Finanzierung teurer (0,5-1% höhere Zinsen) und riskanter.

Uta Möllmann - Immobilienökonomin

Uta Möllmann

Immobilienökonomin & Gründerin von RockImmos

Junges Paar berechnet Eigenkapital für Hauskauf in Berlin Brandenburg - Finanzplanung am Esstisch mit Laptop und Taschenrechner

KEINE ZEIT? HIER DIE KURZFASSUNG:

Beim Hauskauf brauchst du mindestens 20-25% Eigenkapital (10% für Kaufpreis, 10-15% für Nebenkosten). Bei einem 400.000€-Haus sind das 80.000-100.000€. Ohne Eigenkapital wird die Finanzierung teurer (0,5-1% höhere Zinsen) und riskanter. Die besten Eigenkapital-Quellen: Erspartes, Bausparvertrag, Wertpapiere, Erbschaften, Eigenleistung. In diesem Artikel zeige ich dir, wie viel Eigenkapital du wirklich brauchst und wie du es aufbaust.


Warum Eigenkapital beim Hauskauf so wichtig ist

Als Immobilienökonomin erlebe ich es immer wieder: Familien wollen ein Haus kaufen – haben aber zu wenig Eigenkapital.

Das Problem: Ohne Eigenkapital bekommst du entweder gar keinen Kredit, oder du zahlst deutlich höhere Zinsen.

Beispiel:

  • Mit 20% Eigenkapital: 3,5% Zinsen
  • Mit 10% Eigenkapital: 4,0% Zinsen
  • Mit 0% Eigenkapital: 4,5-5,0% Zinsen

Bei 300.000€ Kredit über 25 Jahre:

  • 3,5% Zinsen = 1.500€/Monat, 150.000€ Zinsen gesamt
  • 5,0% Zinsen = 1.750€/Monat, 225.000€ Zinsen gesamt
  • Unterschied: 75.000€!

Wie viel Eigenkapital brauchst du beim Hauskauf?

Die Faustregel: 20-25% des Kaufpreises

Warum 20-25%?

PostenAnteilBeispiel (400.000€)
Kaufpreis (10%)10%40.000€
Kaufnebenkosten10-15%40.000-60.000€
Gesamt20-25%80.000-100.000€

Wichtig: Die Bank finanziert oft nur 90% des Kaufpreises. Die restlichen 10% + alle Kaufnebenkosten musst du aus Eigenkapital zahlen!


Minimum: 10-15% Eigenkapital

Möglich, aber teurer:

  • Höhere Zinsen (0,5-1% mehr)
  • Strengere Bonitätsprüfung
  • Höhere monatliche Rate

Beispiel:

  • Kaufpreis: 400.000€
  • Eigenkapital (15%): 60.000€
  • Kredit: 340.000€ (85%)
  • Zinsen: 4,0% statt 3,5%
  • Mehrkosten: 25.000€ über 25 Jahre

Ideal: 30-40% Eigenkapital

Vorteile:

  • Niedrigste Zinsen (3,0-3,5%)
  • Schnellere Kreditgenehmigung
  • Niedrigere monatliche Rate
  • Mehr Verhandlungsspielraum

Beispiel:

  • Kaufpreis: 400.000€
  • Eigenkapital (30%): 120.000€
  • Kredit: 280.000€ (70%)
  • Zinsen: 3,0%
  • Ersparnis: 50.000€ über 25 Jahre

Wo kommt das Eigenkapital her?

1. Erspartes auf dem Konto

Durchschnitt: 50.000-80.000€ nach 10-15 Jahren Sparen

Tipp: Lege monatlich 500-1.000€ zur Seite. Nach 10 Jahren hast du 60.000-120.000€ (ohne Zinsen).


2. Bausparvertrag

Vorteil: Garantierte Zinsen + staatliche Förderung (Wohnungsbauprämie)

Nachteil: Lange Laufzeit (7-10 Jahre)

Beispiel:

  • Bausparsumme: 50.000€
  • Ansparphase: 7 Jahre (500€/Monat)
  • Eigenkapital: 42.000€ + 2.000€ Wohnungsbauprämie = 44.000€

3. Wertpapiere (Aktien, Fonds, ETFs)

Vorteil: Höhere Rendite als Sparbuch (6-8% p.a.)

Nachteil: Kursschwankungen

Beispiel:

  • 10 Jahre, 500€/Monat in ETF
  • Rendite: 7% p.a.
  • Endkapital: 87.000€ (statt 60.000€ auf Sparbuch!)

Tipp: Verkaufe Wertpapiere 6-12 Monate vor Hauskauf, um Kursschwankungen auszugleichen.


4. Erbschaften & Schenkungen

Freibeträge (steuerfrei):

  • Eltern → Kind: 400.000€ (alle 10 Jahre)
  • Großeltern → Enkel: 200.000€ (alle 10 Jahre)

Tipp: Frage deine Eltern/Großeltern, ob sie dir vorzeitig einen Teil deines Erbes schenken können!


5. Eigenleistung (bei Neubau/Renovierung)

Anrechenbar: 10-15% des Kaufpreises

Beispiel:

  • Kaufpreis: 400.000€
  • Eigenleistung: 40.000€ (Maler, Bodenleger, Garten)
  • Anerkannt als Eigenkapital: 40.000€

Wichtig: Die Bank akzeptiert nur realistische Eigenleistung (keine Elektrik/Sanitär ohne Fachkenntnisse!).


Hauskauf ohne Eigenkapital: Geht das?

Ja, aber mit Nachteilen

Vollfinanzierung (110%):

  • Bank finanziert 100% Kaufpreis + 10% Nebenkosten
  • Zinsen: 4,5-5,5% (1-2% höher!)
  • Monatliche Rate: 20-30% höher
  • Risiko: Bei Wertverlust bist du überschuldet

Beispiel:

  • Kaufpreis: 400.000€
  • Kredit: 440.000€ (110%)
  • Zinsen: 5,0%
  • Rate: 2.200€/Monat (statt 1.750€ mit 20% Eigenkapital)
  • Mehrkosten: 135.000€ über 25 Jahre!

Wann macht Vollfinanzierung Sinn?

Nur in diesen Fällen:

  • Sehr hohes, sicheres Einkommen (Beamte, Ärzte)
  • Junges Alter (30-35 Jahre) → lange Laufzeit möglich
  • Günstige Immobilie (unter Marktwert)
  • Wertsteigerungspotenzial (z.B. Sanierungsobjekt)

Meine Empfehlung: Vermeide Vollfinanzierung, wenn möglich! Das Risiko ist zu hoch.


Eigenkapital aufbauen: Die 5-Jahres-Strategie

Jahr 1-2: Sparen + Ausgaben reduzieren

Ziel: 20.000-30.000€

Maßnahmen:

  • 500-1.000€/Monat sparen
  • Unnötige Ausgaben streichen (Auto, Urlaub, Abos)
  • Nebenverdienst (Freelancing, Verkauf)

Jahr 3-4: Investieren + Förderungen nutzen

Ziel: 40.000-60.000€

Maßnahmen:

  • ETF-Sparplan (500€/Monat)
  • Bausparvertrag (Wohnungsbauprämie)
  • Riester-Förderung (Wohnriester)

Jahr 5: Erbschaften + Eigenleistung

Ziel: 80.000-100.000€

Maßnahmen:

  • Eltern/Großeltern um vorzeitige Schenkung bitten
  • Eigenleistung planen (Renovierung, Garten)

Die 7 größten Fehler beim Eigenkapital

Fehler 1: Zu wenig Eigenkapital

Problem: Höhere Zinsen, höhere Rate, höheres Risiko

Lösung: Spare mindestens 20% des Kaufpreises!


Fehler 2: Alles Eigenkapital in den Hauskauf stecken

Problem: Keine Rücklagen für Reparaturen

Lösung: Behalte mindestens 10.000€ als Notgroschen zurück!


Fehler 3: Eigenkapital zu spät aufbauen

Problem: Du findest dein Traumhaus, hast aber noch nicht genug gespart

Lösung: Starte JETZT mit dem Sparen – auch wenn der Hauskauf noch 5 Jahre entfernt ist!


Fehler 4: Wertpapiere zum falschen Zeitpunkt verkaufen

Problem: Kurssturz kurz vor Hauskauf → 20% Verlust

Lösung: Verkaufe Wertpapiere 6-12 Monate vor Hauskauf!


Fehler 5: Eigenleistung überschätzen

Problem: Bank erkennt Eigenleistung nicht an

Lösung: Lass dir Eigenleistung schriftlich von der Bank bestätigen!


Fehler 6: Keine Förderungen nutzen

Problem: Du verschenkst 5.000-10.000€ staatliche Förderung

Lösung: Nutze Wohnungsbauprämie, Riester, KfW-Förderung!


Fehler 7: Eigenkapital nicht nachweisen können

Problem: Bank glaubt dir nicht, dass du 80.000€ hast

Lösung: Sammle Nachweise (Kontoauszüge, Depot-Auszüge, Schenkungsverträge)!


Checkliste: Eigenkapital aufbauen

  • Budget festlegen (wie viel kann ich monatlich sparen?)
  • Sparziel festlegen (20-25% des Kaufpreises)
  • Sparplan erstellen (Dauerauftrag auf Sparkonto)
  • ETF-Sparplan einrichten (500€/Monat)
  • Bausparvertrag abschließen (Wohnungsbauprämie)
  • Riester-Vertrag prüfen (Wohnriester)
  • Eltern/Großeltern um Schenkung bitten
  • Eigenleistung planen (bei Neubau/Renovierung)
  • Nachweise sammeln (Kontoauszüge, Depot-Auszüge)
  • Notgroschen zurückbehalten (10.000€)

Fazit: Eigenkapital ist der Schlüssel zum Traumhaus

Beim Hauskauf brauchst du mindestens 20-25% Eigenkapital. Bei einem 400.000€-Haus sind das 80.000-100.000€. Ohne Eigenkapital wird die Finanzierung teurer (75.000€ Mehrkosten über 25 Jahre!) und riskanter.

Meine 3 wichtigsten Tipps:

  1. Starte JETZT mit dem Sparen – auch wenn der Hauskauf noch Jahre entfernt ist!
  2. Nutze alle Eigenkapital-Quellen – Erspartes, Wertpapiere, Erbschaften, Eigenleistung
  3. Behalte 10.000€ als Notgroschen – stecke nicht alles Eigenkapital in den Hauskauf!

Wenn du unsicher bist, wie viel Eigenkapital du brauchst oder wie du es aufbaust, helfe ich dir gerne weiter.

👉 Hol dir jetzt meine kostenlose Anleitung: "Die 5 größten Fehler beim Hauskauf – und wie du sie vermeidest"

Darin zeige ich dir, wie du Schritt für Schritt dein Traumhaus findest – ohne Überforderung, ohne versteckte Kosten, ohne Stress.


Über die Autorin:

Uta Möllmann ist Immobilienökonomin und Gründerin von RockImmos. Sie hilft Familien in Berlin und Brandenburg, ihr Traumhaus zu finden – ohne Überforderung, ohne versteckte Kosten, ohne Stress. Mit über 15 Jahren Erfahrung hat sie bereits 500+ Familien beim Hauskauf begleitet und dabei durchschnittlich 18.000€ pro Familie gespart.

Weiterführende Informationen

Die Stiftung Warentest vergleicht regelmäßig Baufinanzierungen und gibt Tipps zum Eigenkapital.

Verwandte Artikel:

Teilen:
🎁 Kostenlos herunterladen

Die 5 größten Fehler beim Hauskauf

Hol dir jetzt die kostenlose Anleitung und erfahre, welche Fehler Familien 30.000€ und mehr kosten – und wie du sie vermeidest.

Deine Privatsphäre ist uns wichtig

Wir verwenden Cookies und ähnliche Technologien, um dir ein optimales Nutzungserlebnis zu bieten. Einige sind technisch notwendig, andere helfen uns, unsere Website zu verbessern und dir relevante Inhalte anzuzeigen. Du kannst deine Einwilligung jederzeit widerrufen.

Mehr Informationen in unserer Datenschutzerklärung →